Ein Bericht von: Werni Gnos
Datum: Juli 2026
Saisonrückblick
Die Rehkitzrettung Uri blickt auf eine intensive, anspruchsvolle und zugleich sehr erfolgreiche vierte Saison zurück. Was im Frühling mit einer sorgfältigen Vorbereitung, neuer Drohnentechnik und zusätzlichen ausgebildeten Pilotinnen und Piloten begann, entwickelte sich in den vergangenen Wochen zu einem eindrücklichen Beispiel dafür, was freiwilliges Engagement im Kanton Uri leisten kann.
Im Zentrum standen auch in diesem Jahr die Rehkitze, die in den ersten Lebenswochen regungslos in den Wiesen liegen bleiben und sich bei Gefahr nicht selbst in Sicherheit bringen können. Vor den Mäharbeiten suchten die Teams der Rehkitzrettung die Wiesen deshalb frühmorgens mit Wärmebilddrohnen ab. Gefundene Kitze wurden fachgerecht gesichert und nach der Mahd wieder freigelassen. So konnten auch in dieser Saison zahlreiche Jungtiere vor dem Mähtod bewahrt werden.
Herausfordernde Tage wegen langer Schlechtwetterphase
Besonders gefordert war die Rehkitzrettung Uri durch die lange Schlechtwetterphase. Weil viele Mäharbeiten wetterbedingt verschoben werden mussten, konzentrierten sich die Einsätze anschliessend auf wenige günstige Tage. Für die freiwilligen Helferinnen und Helfer bedeutete dies sehr frühe Einsätze, kurzfristige Aufgebote, lange Tage und die ständige Bereitschaft, dort anzupacken, wo Unterstützung benötigt wurde. Dass diese Phase so gut bewältigt werden konnte, ist vor allem ihrem grossen Einsatz zu verdanken.
Teamarbeit als Erlebnisfaktor
Die Arbeit der Rehkitzrettung lebt nicht nur von moderner Technik, sondern vor allem vom Engagement vieler Menschen. Pilotinnen und Piloten, Helferinnen und Helfer, Landwirtinnen und Landwirte, Tierschützende, Drohnenbegeisterte sowie Jägerinnen und Jäger arbeiteten Hand in Hand. Unterschiedliche Erfahrungen und Blickwinkel wurden dabei zu einer gemeinsamen Stärke – zum Schutz der Wildtiere und zur Unterstützung der Landwirtschaft.
Dabei zeigte sich einmal mehr, mit welcher Herzlichkeit, Ruhe und welchem grossen persönlichen Einsatz die Einsätze organisiert und durchgeführt wurden. Die Koordination verlangt viel Übersicht, Geduld und Vertrauen. Gleichzeitig braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, früh aufzustehen, Material bereitzustellen, Rehkitze zu sichern, Landwirte zu informieren oder kurzfristig einzuspringen. Diese Teamarbeit war in der Saison 2026 ein entscheidender Erfolgsfaktor.
933 Hektaren Felder und Wiesen abgeflogen
Die im Frühjahr erneuerte Drohnenflotte mit moderner Wärmebildtechnik hat sich im Einsatz bewährt. Sie ermöglichte effiziente Suchflüge und unterstützte die Teams dabei, die Wiesen zuverlässig abzusuchen. Ebenso wertvoll war die Verstärkung durch neu ausgebildete Drohnenpilotinnen und Drohnenpiloten. Damit konnte die Rehkitzrettung Uri ihre Einsatzfähigkeit weiter ausbauen und die Abdeckung im Kanton nochmals verbessern.
In der Saison 2026 wurden 129 Rehkitze gerettet. An 38 Einsatztagen wurden 934 Hektaren Felder und Wiesen abgeflogen, das entspricht zirka 1300 Fussballfeldern.
Wichtiger Beitrag für Tierschutz
Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen, die ihre Freizeit in den Dienst einer sinnvollen Sache gestellt haben. Die Rehkitzrettung Uri dankt allen Freiwilligen für ihren ausserordentlichen Einsatz. Auch die grosszügigen Spenden sind für die Rehkitzrettung Uri von grosser Bedeutung. Sie ermöglichen den Betrieb, die Ausrüstung, die Ausbildung sowie die Weiterentwicklung der Einsätze.
Die Saison 2026 hat gezeigt, dass das Zusammenspiel von moderner Technik, Erfahrung und freiwilligem Engagement einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz leistet. Vor allem aber wurde deutlich, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Die Rehkitzrettung Uri darf auf eine erfolgreiche Saison mit grosser Dankbarkeit zurückblicken.